Bezirkssportanlage

Am Rand von Ehrenfeld, versteckt hinter der Moschee direkt an der Inneren Kanalstraße liegt ein kaum bekanntes städtebauliches Kleinod:

Die Bezirkssportanlage „Prälat-Ludwig-Wolker“

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Bezirkssportanlage

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Bezirkssportanlage 50.947315, 6.929841

 

Ausgehend von den Plänen Konrad Adenauers und Fritz Schumachers zum Inneren Grüngürtel setzte Gartendirektor Fritz Encke bei der Realisierung des Grünzugs in den Jahren 1923/24 auf eine Mischung aus Parkflächen mit öffentlichen Liegewiesen, Sportflächen, Spielplätzen und Kleingärten. Für den Arbeiterstadtteil Ehrenfeld wurde eine große, durch Alleen klar strukturierte Sportanlage realisiert, die heutige Bezirkssportanlage. Direkt anschließend, zwischen Subbelrather Straße und Herkulesstraße entstand eine ebenfalls klar gegliederte Kleingartenanlage, die bis heute unter dem Namen KG Colonius e.V. Bestand hat. Die beiden Flächen bilden eine städtebauliche Einheit und wurden 1980 als Teil des Inneren Grüngürtels unter Denkmalschutz gestellt.

In den letzten Jahrzehnten führte das Areal der Bezirkssportanlage eine Art Dornröschenschlaf. Durch den massiven Ausbau der Inneren Kanalstraße und einer fehlenden Querungsmöglichkeit am Fernsehturm wurde das Areal räumlich und gedanklich vom Inneren Grüngürtel abgeschnitten. Bei der Anlage eines querliegenden dritten Spielfeldes wurde die ursprünglich bis zur Fuchsstraße durchgehende Mittelallee unterbrochen. Mit der Einzäunung des Spielfeldes wurde die Allee ab dem Zeitpunkt zur Sackgasse. Das Areal ist seitdem in erster Linie dem Vereinssport (Tennis, Fußball) vorbehalten, nur auf der Minigolfanlage können sich auch nicht in Vereinen organisierte Menschen betätigen. Ansonsten werden die Wege und Flächen allein von den zahlreichen HundebesitzerInnen Ehrenfelds als Auslaufflächen genutzt.

Unter Fritz Schramma tauchten Pläne auf, auf dem Gelände entlang der Inneren Kanalstraße Bürogebäude zu errichten. Tennisplätze, Minigolfanlage und große Teile des historischen Baumbestandes wären diesen Plänen zum Opfer gefallen. Durch Proteste aus der Bevölkerung konnten dies jedoch verhindert werden. Allerdings wurden die „Baufelder“ kurze Zeit später beim Erstellen des Masterplans für die Kölner Innenstadt durch Albert Speer gegen Ende des Verfahrens in den Maßnahmenkatalog mit aufgenommen und sind bis heute als rote „Klötzchen“ im Masterplan gekennzeichnet.

Wie im letzten Bürgerhaushalt 2016 gefordert könnte auf einer heute brachliegenden Asphaltfläche ein Skatepark errichtet werden. Zusätzlich könnte durch einen neuen Fußgänger- und Fahrradüberweg über die Innere Kanalstraße auf Höhe des Fernsehturms das Areal wieder stärker an den Inneren Grüngürtel angebunden werden. Es entstände eine attraktive Rad- und Fußverbindung von Altehrenfeld über das Areal der Bezirkssportanlage hin zum Grüngürtel – auch das ist eine Forderung aus dem Bürgerhaushalt 2016.

Ehrenfeld ist einer der am dichtesten bebauten Stadtteile Kölns. Nur 4,8% des Stadtteils sind noch Frei- bzw. Grünflächen (KStA 23.4.2016). Die Bezirkssportanlage ist Ehrenfelds grüne Lunge zur Inneren Kanalstraße. Die hohen Feinstaub und Stickoxid-Emissionen des Autoverkehrs werden durch die Grünfläche abgemildert. Eine weitere wichtige Bedeutung wird diese Fläche in den Zeiten des kommenden Klimawandels bekommen. Hitzeperioden werden durch solche Grünflächen abgemildert. Bei Starkregenereignissen sind sie wichtige Retentionsflächen zur Wasserableitung/-versickerung. Diese Qualitäten gilt es zu erhalten und auszubauen.